Eine Ausnahmesportlerin tritt ab

14.09.2025 - Vorarlbergs erfolgreichste Karatesportlerin Bettina Plank sagt „Servus“ und verabschiedet sich nach knapp zwei Jahrzehnten von der internationalen Bühne. Die 33-jährige Feldkircherin hat Karate-Geschichte geschrieben – national wie international. Mit der Olympia-Bronzemedaille in Tokio 2021 setzte sie sich selbst ein Denkmal, dazu kommen zwei Goldmedaillen bei den European Games – Leistungen, die Plank in die absolute Spitze des europäischen und weltweiten Karatesports katapultierten.

„Nach unzähligen Wettkämpfen, Erfolgen, Rückschlägen und unvergesslichen Momenten ist es Zeit, das nächste Kapitel aufzuschlagen“, heißt es in der Einladung zu ihrem „sportlichen Abschied“. Für die Fans klingt es nach Wehmut – für Plank ist es der logische Schritt nach einer erfolgreichen Karriere voller Intensität und Hingabe.

Vom Action-Kind zur Medaillen-Garantin

Angefangen hat alles mit neun Jahren. „Ich war ein Kind, das Action wollte. Papa hat mir das vorgeschlagen, weil ein paar Nachbarjungs schon ins Karatetraining gegangen sind. Es hat mir vom ersten Tag an voll getaugt“, erzählte Plank nach ihrem größten Erfolg, der Olympia-Medaille. Aus der kindlichen Begeisterung wurde bald Ehrgeiz – und schließlich ein Lebensweg, der sie zu einer der prägenden Figuren des europäischen Karates machte.

Goldglanz bei den European Games

Plank war immer dann da, wenn es zählte. Dreimal trat sie bei den European Games an – und kehrte jedes Mal mit Edelmetall zurück. Schon 2015 gewann sie Silber, vier Jahre später, 2019 in Minsk, erfüllte sie sich den Traum vom ersten Titel. Und 2023 setzte sie in Polen noch einen drauf: Goldmedaille Nummer zwei. Ein Triumph, der ihr Comeback-Qualitäten bescheinigte und ihren Status als Ausnahmekämpferin zementierte.

Der historische Olympiacoup

Der größte Moment ihrer Karriere bleibt aber die Olympia-Bronzemedaille in Tokio. Karate war damals erstmals – und bislang einmalig – im olympischen Programm. Plank nutzte diese einmalige Chance, sprang im letzten Moment auf den Olympia-Zug auf und schrieb österreichische Sportgeschichte. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille wurde sie zur ersten österreichischen Karateka mit olympischem Edelmetall. Für den Sport in Österreich war es mehr als nur eine Medaille: Es war ein Meilenstein, der Karate auf die große Bühne hob.

Eine Karriere voller Leidenschaft

Plank hat in den vergangenen Jahren unzählige internationale Medaillen gesammelt, darunter die Europameisterschaft 2015. Aber noch beeindruckender als die Titelsammlung war die Art und Weise, wie sie auftrat: leidenschaftlich, mutig, mit einem Mix aus Präzision und Kampfgeist, der ihre Gegnerinnen oft zur Verzweiflung brachte.

Jetzt ist Schluss – zumindest mit dem Wettkampf. Für die Karate-Community bleibt Plank ein Vorbild, für Vorarlberg eine Sport-Ikone, und für viele junge Athletinnen eine Inspiration, dass es sich lohnt, groß zu träumen.

Text: ÖOC
Foto: Christoph Buchinger

Bettina Plank

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